Unternehmenshistorie
Gusskompetenz in vierter Generation
Die Geschichte der Eisengießerei Theodor Schultz ist geprägt von handwerklicher Leidenschaft, technologischem Fortschritt und generationsübergreifender Verantwortung. Seit der Gründung im Jahr 1952 hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt und an die Anforderungen der Industrie angepasst.
1952–1961
Gründung und handwerkliche Basis
Im Jahr 1952 gründete Theodor Schultz das Unternehmen als Aluminiumgießerei. Getrieben von seiner Leidenschaft für das Gießerhandwerk baute er den Betrieb kontinuierlich aus und schuf eine stabile Grundlage, die auf Qualität, Fachwissen und Verlässlichkeit beruhte. Diese Werte sollten das Unternehmen dauerhaft prägen.
1962–1971
Strategischer Wandel und zweite Generation
1962 erfolgte ein entscheidender strategischer Schritt: Der Fokus verlagerte sich von der Aluminiumgussproduktion hin zur Herstellung von Kanalguss. Im selben Jahr trat Hubert Schultz in das Unternehmen ein und leitete damit den Übergang in die zweite Generation ein. Die Kombination aus Erfahrung und neuen Impulsen stärkte die Position des Unternehmens nachhaltig.
1972–1989
Standortverlagerung und Wachstum
Mit der Entstehung des Gewerbegebiets in Freckenhorst bot sich 1972 die Möglichkeit, den Betrieb aus dem Stadtzentrum in eine zukunftsfähige Umgebung zu verlagern. Der neue Standort eröffnete Raum für Expansion, verbesserte Produktionsbedingungen und weiteres Wachstum.
1990–1999
Generationswechsel und technologische Weichenstellung
1990 übernahm Klaus Schultz, Enkel des Firmengründers, gemeinsam mit seinem Vater Hubert Schultz die Verantwortung für das Unternehmen und begründete damit die dritte Generation.
1992 folgte eine erneute strategische Neuausrichtung: Der Schwerpunkt verlagerte sich vom Kanalguss auf die Fertigung kundenspezifischer Gussteile. Ziel war es, maßgeschneiderte Lösungen mit hoher Flexibilität und Qualität anzubieten.
Ein bedeutender technologischer Meilenstein war die Anschaffung des ersten 400-kg-Induktionsofens im Jahr 1997. Damit wurde nicht nur die Produktionskapazität erweitert, sondern erstmals auch die Herstellung von Sphäroguss ermöglicht.
2000–2011
Ausbau der Kapazitäten und Verfahren
Die steigende Nachfrage nach Sphäroguss führte 2008 zum Ersatz des bestehenden Ofens durch einen leistungsstärkeren 800-kg-Induktionsofen.
2010 wurde das Lost-Foam-Verfahren erfolgreich in die Produktion integriert und das technologische Portfolio weiter ausgebaut. Bereits ein Jahr später konnte durch den Erwerb benachbarter Grundstücke die Betriebsfläche von 8.500 m² auf insgesamt 22.000 m² erweitert werden – ein wichtiger Schritt für zukünftige Entwicklungen.
2012–2021
Automatisierung und Prozesssicherheit
2019 nahm das Unternehmen eine neue, automatisierte Kernmacherei feierlich in Betrieb. Die Anlage ist mit zwei 12-Liter- sowie einer 2,5-Liter-Kernschießmaschine ausgestattet und stärkt die Prozesssicherheit sowie die Reproduzierbarkeit komplexer Gussteile.
2022–heute
Nachhaltigkeit und vierte Generation
2022 markierte einen zentralen Schritt in Richtung Dekarbonisierung: Mit dem Bau einer neuen Trafostation wurde eine Stromabnahme von bis zu 2.500 kWh ermöglicht. Gleichzeitig wurde ein hochmodernes Spektrometer in den Produktionsprozess integriert, um Analysegenauigkeit und Qualitätssicherung weiter zu verbessern.
2023 trat mit Sven Schultz die vierte Generation in das Unternehmen ein.
Im Sommer 2024 begann das Projekt „Neuer Induktionsofen“. Nach intensiver Planung startete der Bau einer neuen Produktionshalle sowie die Integration eines 1.600-kg-Induktionsofens. Die Anlage wurde im Dezember 2024 erfolgreich installiert und reduziert den CO₂-Ausstoß um rund 750 Tonnen pro Jahr.
2025–heute
Elektrifizierung und Zukunft
Seit Januar 2025 erfolgt die Schmelze für Grau- und Sphäroguss vollständig elektrisch; der Kupolofen wurde außer Betrieb genommen.













